News article by Radio Niederösterreich about Ghazaleh Gouya-Lechner titled "Von der Ärztin zur Forschungsexpertin" (From doctor to research expert)

Von der Ärztin zur Forschungsexpertin

Von der Ärztin zur Forschungsexpertin

Wenn Firmen Hilfe beim Zulassungsprozess von Medikamenten brauchen, steht Ghazaleh Gouya-Lechner beratend zur Seite. Derzeit hilft die gebürtige Iranerin mit Wohnsitz in Mauerbach (Bezirk St. Pölten) dabei, die klinische Forschung im Land besser zu vernetzen.

„Niederösterreich ist ein großer Schatz“, sagt Gouya-Lechner, denn „27 Gesundheitseinrichtungen unter einem Dach“ (im Rahmen der Landesgesundheitsagentur, Anm.) bedeuten auch einen „riesigen Pool an Patientinnen und Patienten mit spezialisierten Abteilungen“, aus dem man für die klinische Forschung schöpfen könnte. Dazu kommt das akademische Know-How der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften sowie der Donau Universität in Krems. Jetzt müssen diese Puzzleteile nur noch besser miteinander vernetzt werden. Und dabei kommt Ghazaleh Gouya-Lechner ins Spiel.

Interview video : https://tvthek.orf.at/profile/Niederoesterreich-heute/70017/Niederoesterreich-heute/14170806/Unternehmerin-und-Medizinerin/15353561

Vor sieben Jahren hat sie ihr Unternehmen Gouya Insights gegründet, zunächst als One-Woman-Show. Zuvor war sie sowohl als Ärztin als auch in der klinischen Forschung tätig, die Firmengründung war dann mehr ein „Zufall“, wie sie erzählt: „Prinzipiell hatte ich im Kopf, mit einigen Kollegen eine Ordination zu gründen, spezialisiert auf Herzinsuffizienz. In dieser Phase sind dann ehemalige Kollegen von der Medizinischen Universität Wien auf mich zugekommen und sagten, sie haben ihre Forschungsergebnisse jetzt so weit, dass sie gerne daraus ein Medikament entwickeln wollen und ob ich sie dabei unterstütze.“ Die Firma gründete sie zunächst vor allem, damit sie für diese Leistungen „auch eine Rechnung stellen kann.“

Mittlerweile hat sie 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterstützt mit ihrem Know-How andere Firmen – sowohl aus Österreich, als auch international – dabei, neue Arzneimittel oder Medizinprodukte auf den Markt zu bringen, durch „Beratungs- und Serviceleistungen“, wie sie sagt. Auch in Niederösterreich nimmt sie nun eine Beratungsrolle ein. Es gehe darum, „die richtigen Parteien an einen Tisch zu bringen, um das Konzept gemeinsam zu verabschieden und dann auch in den operativen Phasen die einzelnen Interessensgruppen zu begleiten, bis das realisiert werden kann.“

Gouya-Lechner mit Mitarbeiterin
Mit ihrem Know-How begleiten Gouya-Lechner und ihr Team den Zulassungsprozess von Medizinprodukten

Immer wieder als Frau diskriminiert

Auch wenn sich aus Gouya-Lechners Lebenslauf nur Erfolge herauslesen lassen, musste auch sie häufig spüren, dass Frauen im Job anders behandelt und bewertet werden als Männer. So wurde sie etwa als junge Ärztin bei einem Bewerbungsgespräch vor einem Gremium, bestehend aus etwa 40 Leuten, offen nach ihrem Kinderwunsch befragt, erinnert sie sich anlässlich des Weltfrauentags. „Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, von diesem Thema persönlich betroffen zu sein.“

Denn bis zum Ende des Studiums „würde man nicht glauben, dass die Welt zwischen Mann und Frau unterscheidet. Und mit dieser Vision, mit dieser Energie, dass man alles im Leben erreichen kann, geht man ja auch hinaus“. Aber diesen „Push-Back als Frau, den bekommen Sie regelmäßig.“ So habe sie etwa auch ihre erste Schwangerschaft lange geheim gehalten, um ihren Job nicht zu gefährden, „und ich glaube, dass ich hier kein Einzelfall bin, sondern mit diesem Punkt viele andere Frauen auch konfrontiert waren.“

Gouya-Lechner mit Mitarbeitern
Gouya-Lechner beschäftigt mittlerweile 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

„Frauen im Iran sind sehr stark“

Wenn die gebürtige Iranerin – sie ist mit neun Jahren nach Österreich gekommen und hier aufgewachsen – an die aktuellen Proteste im Iran denkt, stimme sie das sehr betroffen. „Die Frau im Iran hat eigentlich immer eine starke Position gehabt. Es gab immer schon Königinnen, Frauen in Regierungen. Meine Großmutter hat gearbeitet, für sie war das selbstverständlich, meine Mutter hat auch gearbeitet. Auf den Universitäten ist die Dominanz der Frauen extrem hoch“, so Gouya-Lechner.

Die studierte Kardiologin habe selbst „wirklich fantastische Frauen“ in der Familie, die es etwa auch im Bereich der Mathematik oder Physik in „unglaublich hohe universitäre Positionen geschafft haben.“ Deshalb sei sie auch sehr stolz, den Namen „Gouya“ tragen zu dürfen – der übrigens „der, der gesagt hat“ bedeutet. „Die Frauen im Iran sind stark, sie sind gebildet und diese Revolution geht mit einer unglaublichen Kraft durch alle Schichten.“ Sie bewundere die Frauen für ihren Mut, auf die Straße zu gehen und „fühle mich daneben sehr, sehr klein.“

Birgit Zrost, noe.ORF.at

https://noe.orf.at/stories/3197918/

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